Interessenkonflikte Unternehmen
17. Dezember 2020

Der Umgang mit Interessenkonflikten


Inhalt:

  1. Der Interessenkonflikt
  2. Interessenkonflikt Beispiele in Unternehmen
  3. Interessenkonflikt Erklärung: Wieso sollten Interessenkonflikte unbedingt vermieden werden?

Der Interessenkonflikt

Generell ergibt sich ein Interessenkonflikt, wenn verschiedene Interessen in Konkurrenz oder im Widerspruch zueinander stehen. Beeinflussen z. B. die privaten Interessen einer mitarbeitenden Person deren berufliche Entscheidungen, steigt die Gefahr, dass diese nicht im eigentlichen Interesse ihres Arbeitgebers handelt. Der Interessenkonflikt kommt also bereits zustande, sobald das Risiko der Beeinflussung besteht, und nicht erst, wenn eine Beeinflussung tatsächlich stattfindet.

Es gibt verschiedene Beweggründe, die auf das Urteil einer entscheidungstragenden Person einwirken können, und deshalb einen Interessenkonflikt darstellen.

Interessenkonflikt Beispiele in Unternehmen

Interessenkonflikte aufgrund von persönlichen Beziehungen in Form von Gefallen für befreundete Personen oder Bekannte

Sobald Mitarbeitende ihre Beziehungspartner oder -partnerinnen, befreundete Personen, Familienmitglieder oder Bekannte in unternehmerische Entscheidungen mit einbinden, entsteht ein Interessenkonflikt. Damit steigt das Risiko der Beeinflussung aufgrund von persönlichen Beweggründen.

Trump zum Beispiel ernannte seine Tochter Ivanka und deren Mann zu offiziellen Beratern im Weißen Haus. Unabhängig von der Frage, ob es geeignetere Kandidaten für die entsprechenden Stellen gegeben hätte, stellt die Einberufung bereits wegen der familiären Verbindung einen eindeutigen Interessenkonflikt dar.

Interessenkonflikte aufgrund von finanziellen Vorteilen

Nehmen Mitarbeitende im Laufe einer Auftragsvergabe Geschenke der infrage kommenden Unternehmen an, kann der eigene finanzielle Vorteil zu einem Konflikt mit den objektiven Interessen des Arbeitgebers führen. Die Situation birgt damit das Risiko der Korruption.

So schuf Trump eine ganze Reihe an Interessenkonflikten, indem er Lobbygruppen und Regierungsvertreterinnen und -Vertreter zu Aufenthalten in seinen Hotels einlud und sogar vorschlug, den G7-Gipfel in seinem Golfhotel in Miami abzuhalten

Interessenkonflikte durch die Zusammenarbeit mit Wettbewerbern

Bei der Zusammenarbeit mit Konkurrenzunternehmen besteht eine erhöhte Gefahr der Weitergabe von vertraulichen Informationen, zum Beispiel durch die Verletzung von Geschäftsgeheimnissen, durch Wettbewerbsverstöße oder sogar Insiderhandel.

In Trumps Fall sind beispielsweise seine internationalen Geschäftsbeziehungen nach Russland, China, in die Türkei und Saudi-Arabien nennen. Diese stellten ein erhöhtes Risiko dar, seine Haltung zu internationalen Geschehnissen und Entscheidungen zu beeinflussen.

Auch das Ausüben anderer Tätigkeiten während des eigentlichen Berufs oder eine Anschlussbeschäftigung, die in Konflikt mit der vorigen Arbeitsstelle steht, können zu einem Interessenkonflikt führen.

In Bezug auf Trump wäre hier ganz klar seine wirtschaftliche Vergangenheit zu nennen, sowie die über 500 Unternehmen, deren Eigentümer er während seiner Präsidentschaft war.

Interessenkonflikt Erklärung: Wieso sollten Interessenkonflikte unbedingt vermieden werden?

Sobald sich die Gefahr eines Interessenkonflikts anbahnt, sollten Sie und Ihre Mitarbeitenden sofort reagieren.

Die möglichen Folgen von Interessenkonflikten

  • Interessenkonflikt Öffentlichkeit: Imageschaden

Wenn Interessenkonflikte bekannt werden, können sie für das betroffene Unternehmen, die Organisation oder Behörde beträchtliche Imageschäden herbeiführen und deren Glaubwürdigkeit langfristig mindern.

  • Interessenkonflikt Wirtschaft: Wirtschaftliche Einbußen

Werden Entscheidungen aufgrund von Beeinflussung, persönlichen Beziehungen oder unter Zusammenarbeit mit Wettbewerbern getroffen, ohne dass im eigentlichen Interesse des Arbeitgebers gehandelt wird, entstehen schnell wirtschaftlichen Schäden. Wird der Auftrag beispielsweise nicht an das geeignetste Unternehmen vergeben, entspricht die Leistung nicht den Erwartungen. Es entstehen zu hohe Kosten oder es geraten Geschäftsgeheimnisse nach außen.

  • Interessenkonflikt Gesetz: Rechtliche Konsequenzen

Mitarbeitende müssen für ihr Fehlverhalten bei Interessenkonflikten mit arbeitsrechtlichen oder sogar strafrechtlichen Konsequenzen rechnen. Aber auch der Arbeitgeber selbst muss für die ggf. entstandenen Schäden haften. Besonders schwer wiegen die rechtlichen Konsequenzen, wenn Korruption, Betrug, Geheimnisverrat oder Insiderhandel vorliegen. Das Unternehmen haftet, wenn die Unternehmensführung ihren Sorgfaltspflichten nach BGB §280, §241 nicht erfüllt hat.

Mit unserer Online-Schulung “Umgang mit Interessenkonflikten” lernen Ihre Mitarbeitenden, woran sie einen Interessenkonflikt erkennen und diesen sauber auflösen können. Zur Einhaltung der Sorgfaltspflichten empfehlen wir außerdem, die Erstellung eines allgemeinen Verhaltenskodexes sowie die Schaffung einer offenen Gesprächskultur als Grundlage für den sicheren Umgang mit Interessenkonflikten. So können sich alle Mitarbeitenden an klaren Guidelines orientieren und ohne mögliche Konfliktpotentiale die Offenlegung von Interessenkonflikten frei ansprechen. Die Sensibilisierung Ihrer Mitarbeiterschaft in unserer Schulung „Umgang mit Interessenkonflikten“ in Bezug auf die Einschätzung möglicher Risiken führt zu der Bildung eines gemeinschaftlichen Schutzschildes für jeden Einzelnen und damit auch für Ihre gesamte Organisation.

Online-Schulung Umgang mit Interessenkonflikten
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