Energie und Digitalisierung
8. Mai 2019

Energie und Digitalisierung : Big Data wird die neue Währung

Die Digitalisierung verändert die Energiewirtschaft und die Beziehung zwischen Energieerzeugern, Industrie und Verbrauchern. Zwei Megatrends bestimmen die Energiewirtschaft.

  • Trend zu erneuerbaren Energien
  • Digitalisierung

Der Trend zu erneuerbaren Energien ist ungebrochen. Insgesamt erbringen die fossilen Energieträger noch rund 65% der Stromerzeugung. Doch der Anteil der erneuerbaren Energien liegt inzwischen bei 35%. Noch sind die erneuerbaren Energien auf die Braunkohle angewiesen. Da beispielsweise die Menge an Energiespeichern noch nicht ausreicht, nimmt an windstillen Tagen mit Wolken,die Braunkohle die Funktion eines Sicherheitsgurtes ein und schützt vor Blackout und Spannungsschwankungen im Netz. Dies ist für die Industrie von Bedeutung, da schon ein Stromausfall von wenigen Millisekunden erheblichen Schäden in der Produktion führen kann.

Big Data wird die neue Währung der Energiewirtschaft

Die Zunahme an erneuerbaren Energien führt schrittweise zu einer Dezentralisierung der Energieversorgung. Es sind nicht mehr die großen Kraftwerke, die die Energieversorgung bestimmen, sondern dezentrale Wind- und Solaranlagen. Diese werden zu einem virtuellen Kraftwerk zusammengeschaltet und sorgen somit für Versorgungssicherheit bei der Industrie  “Big Data” wird zur neuen Währung der Energiewirtschaft. In Verbindung mit Energiespeichern kann Strom dann eingekauft werden, wenn er günstig ist. Wenn also der Wind die Windräder antreibt und die Sonne die Solaranlagen mit kostenloser Energie speist. Fallen die erneuerbaren Energien aus, wird der Strom teuer. Dann sparen Unternehmen Geld, wenn sie den Strombedarf zurückfahren. So kann das Kühlhaus eines Handelsunternehmens mehrere Stunden abgeschaltet werden, damit es keinen Strom verbraucht; oder die Großbatterie eines mittelständischen Unternehmens speist in diesem stromarmen Zeitraum Elektrizität in das Netz ein. So einfach die Maßnahmen auch scheinen, das Lastmanagement bedarf einer ausgefeilten digitalen Logistik und viele Daten.

Forciert wird die Entwicklung durch die Digitalisierung der Verrechnungssysteme. Blockchain-Lösungen werden immer populärer. Konsumenten verbrauchen nicht nur Strom, sondern produzieren ihn auch. Mit Blockchain wird es möglich, die reale Dezentralisierung der Energiewirtschaft auch in Abrechnungssystemen nachzuvollziehen. Technologisch ist es schon heute möglich, dass in einer Region Energieerzeugung und -verbrauch automatisch abgeglichen wird. Setzt sich die Blockchain-Technologie durch, werden weder der klassische, zentralistische Energieversorger, noch den Netzbetreiber gebraucht. Der vom Konsument selbst erzeugte Strom wird in Zukunft direkt ins Netz oder Energiespeicher eingespeist und bei Bedarf wieder entnommen. Über die Blockchain lässt sich schließlich ohne großen buchhalterischen Aufwand die notwendige Abrechnung zwischen allen Parteien erstellen.

Gegenwärtig die Energiewende allerdings mit großen Kostenbelastungen einher: 95% aller Unternehmen zahlen die erneuerbaren-Energien-Umlage. Zusammen mit den Verbrauchern sind das rund 23 Milliarden Euro im Jahr. Das sind “Lasten, die Wettbewerber im Ausland nicht kennen”, schreibt Handelsblatt-Energiespezialist Klaus Stratmann. Je höher die Kosten steigen, desto attraktiver wird es für Unternehmen, die Kosten über Digitalisierung zu senken.

Informationssicherheit und Cybersecurity im Kühlschrank

Der Nachteil der Digitalisierung: Die Anfälligkeit für Hackerangriffe steigt. Technische Maßnahmen zur Sicherung sind daher ebenso notwendig wie die Qualifizierung von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zum Thema Informationssicherheit. Die Öffnung eines virenverseuchten Dateianhangs in einer vertrauenswürdigen Mail hat schon bei zahlreichen Energieunternehmen oder Stahl- und Aluminiumherstellern zu Produktionsausfällen geführt. Auch die Wärmebranche ist – nachdem 2013 ein Hacker die Steuerung von Gasthermen übernommen hat – bis hin zum Anbieter von Erdgasspeichern, auf höchste Daten- und Informationssicherheit bedacht. 

Die örtlichen Energieversorger bieten für Kunden Smart-Meter an, die hohen datenschutzrechtlichen Sicherheitsanforderungen genügen müssen, damit solchen Lücken entgegen gewirkt wird. Auch Smart-Home-Anwendungen haben inzwischen umfassende Sicherheitsupdates durchgeführt. Erfüllt jedoch der neue internettaugliche Kühlschrank oder Thermostat die Cyber-Security-Anforderungen nicht, ist das Gesamtsystem gefährdet. 

Klimaschutz und Digitalisierung

Das Ziel der Energiewende ist der Klimaschutz. Damit die Energiewende erfolgreich wird, muss sie auch eine Digitalisierungwende werden. Dies setzt verlässliche politische Rahmenbedingungen und ein Bekenntnis zum Digitalstandort Deutschland voraus. Die Dezentralisierung der Energieversorgung und die intelligente Kopplung von verschiedenen Sektoren wie Industrie, Mobilität und Gebäude, kann klimafreundliche Lösungen schaffen. Dies bedeutet auch, dass die Sicherheitsanforderungen an Infrastruktur und IT steigen und somit näher an den Menschen rücken. Ein qualifizierter Umgang mit neuen Energie- und Technologielösungen wird dabei ein zentraler Baustein für den Klimaschutz von morgen sein.

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