Datenschutz und eMobility
17. April 2019

Die Büchse der Pandorra

Automobilexperten gehen davon aus, dass bis zum Jahr 2025 in den Industriestaaten mehr und mehr PKW vernetzt sein werden. Erwartet werden Umsätze bis zu 100 Milliarden Euro.
Die Vernetzung bedeutet mehr Sicherheit für den Verkehr – doch was ist mit den Daten der Nutzer?

Seit dem letzten Jahr sind in allen EU-Neuwagen verpflichtend eCall-Systeme vorgesehen. Für diese benötigen die Autos eine Mobilfunk-Verbindung und ein GPS-System. Im Falle eines Unfalls ruft das System selbstständig die Notrufzentrale an und sendet die aktuellen GPS-Daten zur Ortung des Wagens.

Ein Datenschutzproblem sehen die Automobilhersteller nicht – schließlich würde das System erst ausgelöst, wenn ein Unfall passiert. Die Daten würden damit anlassbezogen erhoben und gesendet, wenn tatsächlich ein Unfall geschieht.

Mobilfunkanbieter treten hier jedoch nicht nur als Partner, sondern auch als Konkurrenten auf.  Sie stellen weitere Systeme, Dienstleistungen und Informationen zur Verfügung, mit denen sie ihre Produkte attraktiver ausgestalten wollen.  Hierbei besteht Interesse weitere Nutzer-Daten zu bekommen. Sich Online mit anderen Wagen zu verbinden oder eine Parkplatz-Such-Hilfe zu nutzen, sind naheliegende Angebote, die das Leben komfortabler machen. Es lockt für den Nutzer der klassische Tausch von Daten gegen Bequemlichkeit.

Ein EU-Gesetz macht ab 2024 den Einbau einer Blackbox in jeden Neuwagen verpflichtend. Diese sollen ebenfalls die Zahl der Verkehrsunfälle senken und – eigentlich nur anonym – Daten speichern. Die Unfalldatenspeicher zeichnen die Geschwindigkeit, den Einsatz der Bremsen und andere Messwerte aus dem Fahrzeug auf. Das Gerät speichert die Daten im Falle eines Unfalls – etwa wenn der Airbag ausgelöst wird. Es ähnelt in seiner Funktionsweise einer Blackbox in einem Flugzeug.

Die so digital aufgerüsteten Fahrzeuge werden in Zukunft eine große Herausforderung für Gesetzgeber und Datenschutzbehörden. Denn die EU-Verordnung zur Erhöhung der Fahrzeugsicherheit enthält nur punktuelle Vorgaben zum Datenschutz. Mit der zunehmenden Verzahnung von Energie und Fahrzeug bei der Elektromobilität wird der Umgang mit persönlichen Daten noch einmal ein hochrelevante Aufgabe. Hier sind Energie-, Verkehrs- und Datenschutz-Politiker auf Bundes- sowie EU-Ebene gefordert, damit sie kohärente Ansätze erarbeiten.

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Andreas Grau
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