Datenschutz und Apple
14. April 2021

Update Datenschutz: Apple für mehr Datenschutz!


Inhalt:


Den App-Store des Kult-Konzerns Apple gibt es bereits seit dem 10. Juli 2008. Damals startete er mit 500 verschiedenen Anwendungen zum Spielen, Arbeiten, Reisen und Kommunizieren. Heutzutage umfasst der App-Store mehr als zwei Millionen Apps für Iphones und Ipads. Nach Spiele-Anwendungen sind es vor allem die Business-Apps, die bei den Nutzenden am beliebtesten sind. 

Auch in Deutschland waren die beliebtesten Anwendungen nach Anzahl der Downloads im Februar 2021 die kostenlosen Apps Mario Kart Tour, Zoom Cloud Meetings und der WhatsApp Messenger.

Wie finanziert sich eine kostenlose App?

Wie finanziert sich eine kostenlose App?

Kostenlose Apps stellen 90 Prozent der im App-Store angebotenen Anwendungen dar. Genau genommen sind unentgeltliche Apps jedoch nicht kostenlos – denn anstelle von Geldbeträgen zahlen die Nutzenden mit der Herausgabe ihrer Daten. Daraus können die Anbietenden umfangreiche Profile erstellen und sie gewinnbringend verkaufen.

Häufig handelt es sich hierbei um personenbezogene Daten. Viele Apps verlangen hierfür den Zugriff auf das Adressbuch, den E-Mail-Zugang, die persönlichen Fotos oder auf die Standort- und Bewegungsdaten. Dabei sind die Daten nicht immer notwendig für die Verwendung der jeweiligen App, sondern werden lediglich zur Erstellung der Nutzungsprofile verwendet.

Datenschutzerklärung Apps & DSGVO

Nicht ohne Grund steht deshalb so häufig der Datenschutz bei Apps wie WhatsApp, Facebook oder Clubhouse in der Kritik. Dabei gilt die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) insbesondere, wenn eine Anwendung sich an Nutzende in der EU richtet und deren personenbezogene Daten in irgendeiner Form verwendet.

Vor allem wenn Personen identifiziert werden können, zum Beispiel über den Namen, die E-Mail-Adresse, IP-Adresse oder die Geräte-ID. Einige Apps sind außerdem in der Lage biometrische Daten des Nutzenden abzuspeichern oder private Gespräche aufzuzeichnen. 

Die DSGVO verlangt deshalb nach Art. 6 Abs. 1 DSGVO die ausschließliche Nutzung der Daten die für die Erfüllung des Vertrages notwendig sind.

Hinweise im App Store

Hinweise im App Store

Seit Dezember 2020 unterstützt Apple die Informationspflichten der DSGVO in hohem Maße. Fortan werden im App-Store jeder angebotenen App verschiedene Datenschutz-Kategorien zugeordnet. Die Kategorien werden durch kleine Symbole gekennzeichnet und zeigen, wie die Userdaten der App verwendet werden. Sie sind aufgeteilt in:

  • „Fürs Tracking verwendete Daten“, 
  • „Mit dir verknüpfte Daten“ und 
  • „Nicht mit dir verknüpfte Daten“. 
Quelle: eigene Darstellung

Tracking bedeutet in diesem Fall, dass die App beispielsweise die Daten seiner Benutzer:innen mit den Daten aus anderen Anwendungen zusammenführt oder sie mit Datenbrokern teilt. Datenbroker sind Unternehmen, die weltweit Daten sammeln, kombinieren und wieder weiterverkaufen. Sie verbinden personenbezogene Daten, wie den Namen oder die Adresse, mit Ausprägungen einzelner Merkmale und erstellen Profile für gezielte Werbemaßnahmen.

Nutzende sollten deshalb vor allem in dieser Kategorie darauf achten wie viele Einträge die App anzeigt. Neben „Kontaktinformationen“ und „Kennungen“ ist es vor allem das Tracking der „sonstigen Daten“ die die Weitergabe an Datenbroker miteinbezieht. Je mehr Daten aufgezählt werden, die zum Tracking verwendet werden, desto schlechter steht es um den Datenschutz bei dieser App.

Als verknüpfte Daten gelten alle Informationen, die mit der Identität des Nutzenden verbunden werden können. Dies kann sowohl die Sammlung allgemeiner Kontaktinformationen als auch die vertraulicher Gesundheitsdaten beinhalten.

Die Kategorie der „nicht mit dir verknüpften Daten“ umfasst alle Informationen, die nicht auf den Einzelnen zurückzuführen sind.

Apple veröffentlichte zwar schon in den letzten Jahren die Datenschutzmaßnahmen der einzelnen Hersteller, meist jedoch in Form von langen und unübersichtlichen Texten.

Die neuen Kategorien sollen deshalb vor allem der Transparenz dienen. Und den Usern einen besseren Überblick geben, welche Daten über sie und für welche Zwecke gesammelt werden.

Weitere Informationen über die Art von Daten, die von einigen Apps gesammelt werden, finden Sie hier.

Noch mehr Datenschutz mit iOS 14.5

Ende März 2021 erscheint das neue iPhone-Betriebssystem, welche das Tracking von Daten weiter erschweren soll. So soll der Zugriff auf die Geräte-ID ebenfalls nur noch mit der expliziten Zustimmung der Nutzenden möglich sein.

Besonders Facebook, das großen Profit aus der Profilerstellung seiner User zieht, protestiert dagegen. Mehr dazu lesen Sie in unserem Artikel Facebook und Apple im Streit um unsere Daten.

Quellen:

Apple (2018). Der App-Store wird 10 Jahre alt. Verfügbar auf https://www.apple.com/de/newsroom/2018/07/app-store-turns-10/

Apple (2021). Privacy Definitions and Examples. Verfügbar auf https://apps.apple.com/story/id1539235847

Macwelt (2021). Welche App ist Datenkrake? So lesen Sie Datenschutz-Infos im App Store. Verfügbar auf https://www.macwelt.de/ratgeber/Welche-App-ist-Datenkrake-So-lesen-Sie-Datenschutz-Infos-im-App-Store-10972296.html

MDR (2019). Datenbroker – Ein skrupelloses Geschäft. Verfügbar auf https://www.mdr.de/datenspuren/datenbroker-daten-handel-100.html

Statista (2021). Dossier zum Thema App Stores. Verfügbar auf https://de.statista.com/statistik/studie/id/23703/dokument/app-stores-statista-dossier/

Verbraucherzentrale (2020). Apps und Datenschutz – so sichern Sie Ihre Daten. Verfügbar auf https://www.verbraucherzentrale.de/wissen/digitale-welt/mobilfunk-und-festnetz/apps-und-datenschutz-so-sichern-sie-ihre-daten-6431

WDR (2021). Apple kämpft gegen Tracking – und macht Datenschutz zum Luxusgut. Verfügbar auf https://blog.wdr.de/digitalistan/apple-kaempft-gegen-tracking-und-macht-datenschutz-zum-luxusgut/

ZEIT ONLINE (2020). Schau mal, was die tracken. Verfügbar auf https://www.zeit.de/digital/mobil/2020-12/apple-app-store-daten-tracking-software-datenschutz-kennzeichnung?utm_referrer=https%3A%2F%2Fwww.google.de

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