Bye, Bye Google+
15. Oktober 2018

Bye, Bye Google+

Google versucht ein Datenleck zu verschleiern und nutzt die Gelegenheit, das soziale Netzwerk Google+ zu schließen, welches seit seiner Gründung nie so richtig aufgeblüht ist…

Man hat den Eindruck, Google nutze die aktuelle Situation rund um das Datenleck bei Google+, um schnellstmöglich die Plattform schließen zu können. Ihr Ausmaß ist zwar nicht so schlimm, wie bei Facebook rund um den Cambridge Analytica Skandal, allerdings enthält es einige schwerwiegende Verstöße.

Google+, dessen Nutzung gar nicht so richtig beziffert werden kann, wird also in den nächsten zehn Monaten offline gehen, vorerst für die privaten Nutzer. Vorhandene Benutzerdaten können heruntergeladen werden, oder bei anderen Netzwerken eingespeist werden. Dies geschieht nun wie vorgeschrieben durch die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO), die im Mai 2018 Anwendung gefunden hat. Gutes Timing für Google, da bis März 2018 Entwickler, die Apps für die Plattform entwickelten, einfach Zugriff auf verschiedenste Nutzerdaten hatten. So waren zum Beispiel Namen, E-Mail Adressen, Beruf sowie Geschlecht und Alter frei zugänglich.

Wie hat Google reagiert?

Google schloss daraufhin das Datenleck im März 2018 nachdem sie es gefunden hatten, informierten aber ganz bewusst Nutzer und Aufsichtsbehörden nicht. Google äußerte sich im Nachhinein und begründete die Entscheidung damit, “das keine Beweise für fremden Zugriff gefunden wurden”. Hier unterscheidet sich der Fall deutlich vom Facebook Cambridge Analytica Skandal. Allerdings bleibt trotzdem offen, inwieweit Daten auf den sozialen Medien im Hintergrund genutzt werden und auf welche Daten die Entwickler Zugriff gehabt haben.

Google+ wird also geschlossen, ohne viel Bestürzung auszulösen. Interessant sind auch die Nutzungsdaten. Nicht mehr als fünf Sekunden verweilten circa 90% der Nutzer auf der Plattform und es ist anzunehmen, dass die meisten Nutzer ohnehin nur auf Google+ landeten, weil sie vorher über andere sehr viel genutzte Dienste von Google darauf stießen. Einen größeren Nutzen scheint die Plattform allerdings für Unternehmen zu haben. Google plant Google+ für Unternehmenskommunikation auszuweiten und mit anderen Tools nutzbar zu machen. Damit soll gegen Konkurrenten wie zum Beispiel Slack vorgegangen werden. Kurz gesagt, soll sich Google+ in ein sicheres Netzwerk für Unternehmen verwandeln.

Bye, Bye Google+

Aber das Endergebnis ist nicht so sehr ein Abschied von Google+, es geht viel mehr um eine komplexe Strategie der Überprüfung von APIs, Codes, Standards, Tools und Zugängen, mit denen Programmierer mit den Produkten des Unternehmens interagieren, um durch dessen Arbeit zu verdienen. Diese einfachen Wege zu Technologie-Lösungen werden schwieriger. Google beschränkt den Zugriff auf Daten sowohl auf Android-Geräten als auch auf den E-Mail-Dienst Googlemail. So erhalten Entwickler beispielsweise keine Anruf- und Textnachrichtenprotokolle mehr von Smartphones, die mit Android-Betriebssystem laufen. Informationen über Interaktionen werden somit mehr geschützt.

Änderungen betreffen auch Googlemail, welches schon eine lange Geschichte mit Schwachstellen hat. Die Aktualisierung der Richtlinien für Benutzerdaten wird in diesem Fall auch den Zugriff auf Informationen einschränken. So dürfen beispielsweise nur Anwendungen, die sich in erster Linie mit E-Mails befassen, wie E-Mail-Clients, Mail-Backup-Dienste und Produktivitätsdienste, auf die sensiblen Informationen zugreifen. Allerdings auch nur, wenn sie die neuen Verpflichtungen hinsichtlich des Umgangs mit diesen Informationen akzeptiert und unterzeichnet haben. So soll es nicht mehr möglich sein, den Dienst für gezielte Werbung, Marktforschung, E-Mail-Tracking-Kampagnen und ähnliche Zwecke zu nutzen und diese Daten kommerziell auszuwerten.

Diese und weitere Änderungen sind das Ergebnis eines komplexen Projekts der internen Revision, das kürzlich von Google eingeführt wurde. Es heißt „Project-Strobe“ und hat sich auf Anwendungen von Drittanbietern auf Android-Betriebssystemen und deren Beziehung zu Google-Diensten konzentriert.

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